Gedanken zu einem Video-Clip
Auf der Homepage unserer Zeitung ist unter „Meldungen“ und „Kapitalismus vom Feinsten“ ein kurzer Filmausschnitt zu sehen. Er ist vieler Gedanken wert.
www.meudalismus.dr-wo.de/html/inhalt.htm
„Es geht nur um die Kohle...“ fährt Gordon den jüngeren Body an. Was interessieren Gordon die Passagiere jener Fluglinie, die er gerade ruinierte, oder deren Mitarbeiter? Nicht einmal die gute Bilanz hält ihn zurück, Geld für sich heraus zu ziehen und den Rest beiseite zu werfen. Er ist stolz darauf, einer von einem Prozent der amerikanischen Bevölkerung zu sein, die über die Hälfte allen amerikanischen Vermögens verfügen. Gordon versteht Bodys Frage nicht: „Wann hast du endlich genug?“ Gordon ist der Weg zum Ziel geworden, der Weg zum Geld. Sein Denkhorizont reicht nicht über Geld hinaus. Auf diesem Weg hat der Kapitalismus von heute alles verloren, was ihn einst auszeichnete und so erfolgreich machte: Streben nach Kundenzufriedenheit, nach technischem Fortschritt, nach bescheidener Sorge um seine Arbeiter, die den Reichtum schaffen. Das ist ihm nur noch Beiwerk. Gordon wirft allen Ballast über Bord, auch die Moral. Moral ist für ihn geschäftsschädigend geworden.
Das strahlt aus auf die Gesellschaft, in der er lebt und vor allem: in der er Macht ausübt. „Ich erschaffe – nichts. Ich – besitze! Nach meinen Regeln wird gespielt...“ Es bleibt nicht aus, dass der Einfluss dieser Denkweise, dieser neuen „neoliberalen, meudalen Moral“ von Konzernführungsetagen hinab steigt bis in die letzten Winkel der Gesellschaft. Purer Egoismus, Missachtung des anderen Menschen – Todsünden im Sinne unserer christlichen Werte aus der Vergangenheit des Abendlandes – spüren wir das alles nicht in unserem Umfeld? Macht es die Menschen nicht arm – und krank?
Menschen wie Gordon interessiert das nicht. Sie merken es nicht einmal. Zu seinen Vorgängern, den amerikanischen Kolonisten, soll ein Indianerhäuptling gesagt haben: „...Wenn ihr das letzte Stück Land gekauft, den letzten Baum gefällt und verkauft habt – erst dann werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann!“ Menschen wie Gordon werden diese Wahrheit nicht begreifen können. Der Horizont von „Heuschrecken“ reicht nicht so weit. Wir aber können es begreifen. Wir müssen lernen, ihr Spiel zu durchschauen, welches für die Menschheit in den Abgrund führt. Es gibt viele Menschen, die wie Body nur nicht wissen, wie man sich los reißt aus diesem Sog.
Denken wir nach und packen es an. Und wenn unsere Kinder erst den Nutzen davon haben sollten – wir sind es unseren Kindern schuldig!
18.03.07 Klaus Buschendorf
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