„Wie die Welt funktioniert“ ...?

Von Klaus Buschendorf

 

Der Titel und der Text stammen nicht von mir. Sie sind einem Internetforum im Jahr 2009 entnommen, welches sich unter dem Namen „Max-News“ (nach seinen Angaben) ideologiefrei der Aufklärung angenommen hat. Diesem Text stehe ich kritisch gegenüber, ohne ihn in Bausch und Bogen abzulehnen. Er kann helfen, Tabus im Denken aufzubrechen, den Gebrauch von Worten kritisch zu hinterfragen. Und das ist heute sehr nötig.

 

Bis zum 19. Jahrhundert plagte sich die Hochfinanz mit allen Königshäusern herum. Ihr Schuldgeld überschlug sich durch den Zins und Zinseszins bis heute alle 60 Jahre (Kondratief Cycle). Weil Schuld nur durch den Tod erlischt  (bei Personen wie beim Staat), musste die Hochfinanz immer wieder Kriege auslösen und beide Seiten mit Kredite füttern, das Geld aber bekamen sie nur vom Gewinner wieder. Sicher war dies trotzdem ein lohnendes Geschäft, doch ist es eben sehr viel profitabler, die Massen, statt der wenigen Feudalherren, zu verschulden. Das business model (Geschäftsmodell) der Hochfinanz der damaligen Zeit war darauf aus, die Feudalherren zu verschulden und von deren Zins zu leben, welchen diese über eine Steuerumlage vom Volk wieder eintrieben.

 

Die sehr viel vernünftigere Vorgehensweise ist es, die Welt selbst zu übernehmen und sie gleichwohl zu verschulden.

 

Es ist allen klar, das die paar Reichen heute ihr Vermögen nicht mehr verleben können und es ständig wächst, weil sie vom Zins leben und nicht, wie die einstigen Feudalherren, von der Verschuldung. Statt dessen wird im heutigen business model das Volk verschuldet und im Hamsterlaufrad der Hochfinanz gehalten – wie einst die Feudalisten. Damit dieses Konzept funktionieren konnte, musste ein Gegenpol zum Kapital her. Das war der Sozialismus. Der war bis zu den Fabianen in der Tat noch nicht erfunden. Das naive Volk sprang natürlich auf dieses Konzept an. Roch es doch nach einer Gratiszugabe des Staates für die Minderbemittelten, welche es als eine Umverteilung und Beteiligung am Wohlstand der Reichen sahen. Dass sie dieses System selbst bezahlen sollten, war ihnen nicht klar. Blair hat laut diesem genannten 'Artikel' dies deutlich hervorgehoben http://society.guardian.co.uk/futureforpublicservices/story/0,,799849,00.html d.h.: Der Bürger kommt letztlich für sich selbst auf und der Staat kassiert nur die Sozialbeiträge für seine Zinsschuld bei der Hochfinanz ab – dies ändert sich auch in Zukunft nicht.

 

Es ist auch logisch: Der Staat kann als 'Verwaltung auf Non-Profit-basis' maximal nur das ausbezahlen, was das Volk vorher einbezahlt hat – minus seiner Verwaltungskosten. Da er aber das Geld für Zinsschulden schon verbraten hat, ist für das Volk später nichts mehr übrig. Alle Kanzler der Vergangenheit wussten das, als sie dem Volk beispielsweise sagten; 'die Renten sind sicher'. Abgesehen von der Tatsache, dass das staatliche Sozialsystem ein Betrug ist – muss jedem klar sein, dass es immer teurer sein musste, als das bis dahin übliche Sozialsystem der Familie.

  

Ein Jahrhundert vor den Fabianen erfanden dieselben Hintermänner die Demokratie. Das entmachtete zwar die Feudalisten, doch brachte es eben die Massen nicht unter die Kontrolle des Kapitals. Das Kapital war zwar in der Lage, die Wahlmänner zu kontrollieren, doch für die Massen brauchte es zumindest die Aussicht auf wirtschaftliche Absicherung und die kam mit dem Konzept des Sozialismus – als internationale Gegenbewegung zum Kapital.

 

Alle diese Konzepte kamen aus der selben Hand und sind nicht per Zufall entstanden. Wir wissen das von Roosevelt, der sagte: In der Politik passiert nichts per Zufall. Jeder, der einer Gruppe von Menschen vorsteht, wird bestätigen, dass nichts von alleine passiert. Auf der anderen Seite kann man ein System nur kontrollieren, wenn man beide Pole unter Kontrolle hat. Deshalb brauchte der Kapitalismus als Gegenpol den Sozialismus.

                                                                                                                                            

Um Kapitalismus und Geld einzuführen, braucht es immer Demokratie. Kein Volk der Erde hat die Demokratie ohne Krieg aufgezwungen bekommen. In Amerika wurden alle Ureinwohner umgebracht und das Land neu besiedelt. In Europa bedurfte es des ersten und zweiten Weltkriegs – dem eigentlichen Kriegsgrund, der nicht in unseren verfälschten Geschichtsbüchern steht.

 

Der Staat verlor mit der Einführung sozialer Gesetze und Einrichtungen seine traditionelle Aufgabe der Repräsentation des Volkswillens. Als die gebende Hand sozialer Leistung wurde er eine eigenständige väterliche Institution, die keinen Zweifel daran lies, wer das Sagen hatte, und wer der Untergebene war. Die Staatsdiener funktionierten das Volk zum Diener um. Der Staat vertrat plötzlich nicht mehr die Interessen seines Souveräns (des Bürgers), sondern verwaltete nach Gutdünken im Interesse des Kapitals. Das Volk durfte unter der Demokratie wählen, doch hatte es nichts zu sagen. Die Entscheidungen wurden auch nicht mehr durch die Wahlmänner – sondern nur noch durch Experten und Kommissionen bestimmt, welche unter finanziellen Zwängen und Anreizen immer zugunsten der Hochfinanz entschieden. Die wirtschaftlichen und finanziellen Entscheidungsgrundlagen werden dazu in den Bildungstempeln der Elite gleich einem Naturgesetz gelehrt.

 

Nun, da die Staaten (zumindest in Europa) weitgehend aufgelöst sind, haben unsere Politiker ohnehin nichts mehr zu melden. Sie müssen nur noch die Massen still halten und ansonsten die EU-Gesetze durchsetzen, welche uns von der 'Global Governance und ihren Investmentbankern' diktiert werden. Ohne eigene Währung sind wir nicht mehr in der Lage, unser wirtschaftliches Schicksal zu kontrollieren und zu bestimmen. Ohne eigene Gesetze sind wir 'gesetzlos' und dem Kapital ausgeliefert. So wie es heute den vor hundert Jahren noch mächtigsten Staat Europas (Preußen) nicht mehr gibt, wird in wenigen Jahrzehnten der Verwaltungsbezirk Deutschland aufgelöst sein.

 

Der Sozialismus diente nur dem Kapital – indem er die Massen organisierte und ihnen half, sich selbst überflüssig zu machen. Was die steuerlichen Sozialumlagen des Staates nicht schafften, erledigten die Gewerkschaften, indem sie die Lohnkosten so hoch pokerten, dass sich die Arbeitsverlagerung an jeden Platz der Welt plötzlich für alle Branchen rentierte. Natürlich war dieses Spiel von langer Hand vorbereitet worden von dem Schottisch-Jüdischen Club der Weisen im Jahre 1756. Auch half Jean Jaques Roussau, der Vater der liberalen Politik, der zu den 'laissez faire' Freihandelslehren von Adam Smith und Ricardo das 'laissez passer' des freien Personenverkehrs hinzufügte.

 

Die 'verdeckte Hand', welche der Welt diese Lehren überstülpte, hat dieses System natürlich nicht in ihren eigenen Landen angewandt. Dort zogen sie Protektionismus und Kanonenboot-Diplomatie vor. Der Einfuhrzoll betrug in den USA im 19. Jahrhundert durchweg über 30 % und so wuchsen sie zur reichsten Wirtschaftsmacht. 100 Jahre, nachdem die Engländer die 'Corn Laws' beseitigten und ihre landwirtschaftlichen Arbeitsplätze der Ausbeutung durch die Kolonien preisgaben, begann auch die Öffnung bei uns. Der Morgenthauplan wurde wegen des kalten Krieges abgeblasen, weil wir als Bollwerk gegen den Kommunismus gebraucht wurden. Der Marshallplan trat 1948 in Kraft und überschwemmte uns mit Geld, damit wir glaubten, das Wirtschaftswunder wäre durch unsere Arbeit entstanden. Doch schon kurz danach begann das 'laissez fair' und spätestens ab den frühen 60zigern wanderte unser Know-how zusammen mit den Arbeitsplätzen in alle Welt und das Kapital zog mit der Arbeit, denn es lebt von der Extrahierung des Wohlstandes aus ihr. Zurück bleiben Automaten, die nie Wohlstand produzieren, sondern eben nur Arbeit überflüssig machen und damit den Menschen abschafften. Ohne Sozialgesetze wäre das nie möglich gewesen. Der Staat war dadurch in der Lage, Menschen auf einem Existenzminimum – zu seinen eigenen Lasten aus dem Arbeitsprozess auszusondern und still zu halten.                                                                                                                                          

Mit Beschäftigungsprogrammen und verschiedenen statistischen Manipulationen schönt man die Zahl der Arbeitslosen in der Öffentlichkeit. Trotz enormer Preissteigerung seit der EU Mitgliedschaft von über 100 % in 5 Jahren, wird uns jedes Jahr eine niedere Inflation vorgegaukelt und erzählt, wie die Wirtschaft nun wachse. Alle Welt weis, dass die Teuerung das 4,5 fache der Zinsen ausmacht, d.h.: Bei 5 % Zins entwertet sich die Kaufkraft um 22 % pro Jahr, doch der dumme Michel merkt noch nichts. 65 % unserer Wirtschaftsstudenten meinen, es sei wichtig, wenn man clever in der Lösung von Problemen wäre, nur 3 % halten eine tiefe Kenntnis der wirtschaftlichen Zusammenhänge für wichtig. Diese Zusammenhänge werden heute auf unseren Unis nicht mehr gelehrt. Deutschlands beste Ökonomen sind heute Pensionäre. Was danach kam, das sind Sektor-Spezialisten oder Ökonometriefans. Das umfassende Wissen der Zusammenhänge von Gesellschaft – Wirtschaft – Staat – Recht, das ging verloren. Es wurde auf den Schulen der Elite bewusst falsch oder gar nicht gelehrt. Die Elite hat schon immer an den Unis ihr Wissen gepredigt und wer die falschen Antworten gab, fiel durch. Ihre Thesen wurden gelehrt als ob es sich dabei um Naturgesetze handelt. Wer promoviert, legt praktisch den Beweis vor, dass er sich selbst einer Gehirnwäsche unterzogen und die Lehren des 'Wise Clubs' angenommen hat.

 

Unseren Politikern und Experten nützt das nichts, denn sie wurden auch schon so umerzogen. Sie sind nur dazu da, die Massen unter Kontrolle zu halten. Und sollten diese Massen rebellieren, so kontrolliert man sie wieder über den Sozialismus, indem man ihnen wieder ein Zuckerchen in die Nährlösung gibt. Autark mit Vollbeschäftigung werden wir so nicht, doch wollen die Massen das? Die Medien suggerieren ihnen: NEIN.

 

Mit offenen Grenzen in Konkurrenz mit den billigsten Ländern der Welt wird unsere Arbeit nie mehr gefragt, solange unser Lohnniveau unter dem der anderen liegt. Anspruchsvoll sind unsere Massen nicht: Sie brauchen nur etwas Fastfood und eine Glotze mit Joystick – im alten Rom waren das Brot und Spiele.

 

Wie die Welt funktioniert, interessiert sie nicht.

 

Der Text endet mit einem harten Vorwurf. Stellen Sie einen Zusammenhang mit unserer Satire „... und ich beschloss, Politiker zu werden“(H.-W. Graf) her, dann werden sie in logischer Folge einen praktischen Zusammenhang erkennen. „Beweise“ landesüblicher Art bleibt der Text schuldig. Doch schon die alten Griechen waren der Ansicht, dass man mit logischem Nachdenken die Lösung vieler Probleme erkennen kann. Und „Beweise“ landesüblicher Art lässt naturgemäß diese Menschengruppe, von der hier die Rede ist, die „verdeckte Hand“,  mit ihrem Einfluss verschwinden.

 

Der Text stellt auch den Gebrauch von Worten infrage. „Demokratie und Diktatur“, „Kapitalismus und Sozialismus“, „Kriege und Kriegsschuld“ (besonders die Kriegsschuld ganzer Völker) erscheinen hier in einem ganz anderen Licht. Wir sollten uns von der üblichen Absolutheit im Gebrauch dieser Wörter verabschieden. Ich halte das für wichtig – besonders im Licht der wieder aufgeflammten Debatte über „Kommunismus“.

 

Den harten Vorwurf dieses Textes können wir nur entkräften durch eine neue Anschau der Geschichte und Ereignisse – und dem Suchen nach Lösungen. Tun wir es!

 

 

„Wie die Welt funktioniert“ ...? (2)

Von Klaus Buschendorf

 

Titel und Text stammen nicht von mir. Die Folge 1 war einem Internetforum im Jahr 2009 entnommen, welches sich unter dem Namen „Max-News“ (nach seinen Angaben) ideologiefrei der Aufklärung angenommen hat. Der Begriff Kondratief Cycle wird darin erwähnt und definiert als „... Schuldgeld überschlug sich durch den Zins und Zinseszins bis heute alle 60 Jahre ...“ Doch so einfach ist das nicht. Sein Entdecker sah andere Ursachen für diesen Zyklus. Ich richte mich nach Erik Händeler und einem Artikel aus dem Jahre 2008, wenn ich mich Kondratief und seinen „Wellen der Weltwirtschaft“ nähern will.

 

Schwer krank sitzt Nikolai Kondratieff in seiner Einzelhaftzelle in Suzdal östlich von Moskau. Nicht nur sein Leben wird er vor dem Exekutionskommando verlieren – er verzweifelt auch als Wissenschaftler daran, dass sein Werk verloren scheint; ein Werk, das einen völlig anderen Blick auf die Wirtschaft wirft und das bis heute nichts an Aktualität eingebüßt hat.

 

Schon 1928 – lange vor dem Börsenkrach – hatte der Konjunkturforscher eine schwere Rezession voraus gesagt. Im Kohlenverbrauch, in den Preisen und der Industrieproduktion hatte er seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert zweieinhalb 47 bis 60 Jahre lange Wellen wirtschaftlicher Dynamik gefunden; die dritte Welle zeigte nach unten.

 

Die Ursachen für dieses langfristige Auf und Ab sieht Kondratieff in grundlegenden Erfindungen wie Dampfmaschine, Eisenbahn oder Elektrotechnik. Mit den dazugehörenden technischen und sozialen Innovationen heben sie den Wohlstand auf ein neues Niveau, bis sie die Gesellschaft durchdrungen haben. Dann treten die Unternehmen auf der Stelle, es lohnt nicht mehr, Leute zu beschäftigen oder zu investieren. Verteilungskämpfe beginnen, es kommt zu einer Depression.

 

Kondratieff liefert damit eine Erklärung für die tiefen Krisen, denen Ökonomen ratlos gegenüber stehen, wie etwa dem Gründerkrach von 1873 nach dem Eisenbahnbau, der Weltwirtschaftskrise 1929 nach der Elektrifizierung, der Stag-Flagtion von 1974 nach dem Auto-Aufschwung und der aktuellen Unsicherheit an den Finanzmärkten nach der Computerisierung.

 

Seine Theorie erklärt aber auch, wie es danach weiter geht: Mit der Zeit ergibt sich eine Flaschenhals, ein knapp werdender Produktionsfaktor, der sich nicht so einfach beheben lässt. Dann werden Unternehmen versuchen, diese Knappheit zu überwinden, in dem sie sich Neues einfallen lassen.  

 

Erik Händeler beschreibt dann anhand von Beispielen die Anwendung seiner Theorie auf geschichtliches Verstehen. Das wollen wir uns sparen und mit der Bedeutung dieser Anschauung  fortfahren.

 

Diese Sichtweise ist völlig anders als die gängige Wirtschaftstheorien, die Preise, Zinsen, Löhne oder Geldmengen diskutieren – für Kondratieff sind dies höchstens Folgen, aber nicht Ursachen der wirtschaftlichen Entwicklung. Der österreichisch-amerikanische Ökonom Joseph Schumpeter greift Kondratieffs Ideen auf und benennt 1936 die langen Zyklen nach ihm. Doch er kann sich nicht durchsetzen gegen die im selben Jahr veröffentlichte „General Theory“ von John Maynard Keynes, der die Konjunktur mit Geld steuern zu können glaubt – eine unschlagbar attraktive Behauptung für Politiker und Ökonomen. Kondratieffs globale Sicht gerät in Vergessenheit. ...

 

Was also ist die nächste Knappheit, vor der die Welt steht? Viele meinen, uns passiert dies bald mit Energie und Rohstoffen. Doch, wer diese verbrauchen darf, wird dadurch entschieden, wer sie am effizientesten verwendet. Dies wiederum hängt von der Qualität der Wissensarbeit ab, in die immer mehr investiert werden muss. Und weil Bildung so zu einer teuren Investition wird, muss sie sich auch länger amortisieren – die Nachfrage nach Gesundheit wird den nächsten Aufschwung tragen. Würde die Politik Kondratieffs Weltsicht entdecken, sie würde sich zunächst um mehr Arbeitskultur und Gesunderhaltung kümmern. Damit hätte Kondratieffs Theorie 70 Jahre nach seinem Tod noch etwas bewiesen: dass Ideen langfristig stärker sind als Bajonette und Repression.

 

 

 

Erinnern Sie sich noch des letzten Artikels dieser Serie? Eine „Hochfinanz“, eine „verdeckte Hand“ wird dort genannt, welche die Geschichte „lenke“. Erik Händeler, bzw. Kondratieff sieht das ganz anders. Vergleichen wir beide Thesen – in der nächsten Folge.     

  

„Wie die Welt funktioniert“ ...? (3)

Von Klaus Buschendorf

 

In den beiden Folgen vorher habe ich zwei Ansichten vorgestellt, wie die Welt „funktionieren“ könnte. Die zuerst vorgestellte geht von einer „verdeckten Hand“ oder „Hochfinanz“ aus, die alles insgeheim „lenke“. Sie sei gut getarnt, habe das Bildungs- und Medienmonopol und verhindere damit, dass andere Menschen ihre Machenschaften erkennen, geschweige denn durchschauen könnten. Die „Kondratieff-Wellen der Weltwirtschaft“ dagegen, haben technologische Ursachen. Neue Erkenntnisse in Wissenschaft und Technik werden in der Gesellschaft angewandt, durchdringen sie in einem Zeitraum von 40 bis 70 Jahren, sind dann „verbraucht“ und es folgt die Krise. Neue Erkenntnisse setzen eine neue „Welle“ in Gang – der nächste Zyklus mit Aufschwung und endlich nächster Krise folgt. Schauen Sie noch einmal auf die Grafik.

 

 

Ist dieser Gang der Geschichte „von Menschen gemacht“, wie die erste Darstellung glauben machen will? Oder ist sie „von der Natur gemacht“, wie es die zweite betont? Oder stimmen beide, verzahnen sich – und machen so die Erkenntnis besonders schwer?

 

Einfache Antworten werden wir nicht finden, also machen wir uns gleich an die schwerste, die dritte Variante: die Verzahnung. Bei schwierigen Fragen der gesellschaftlichen Entwicklung halte ich mich gern an die Erfahrung früherer Zeiten. Sie sind in Sprichwörtern niedergelegt und enthalten oft erstaunlich viel, meist nur gering geachtete Volksweisheit. Man muss nur das richtige Sprichwort finden. In diesem Fall, so glaube ich, half mir eine solche Volksweisheit auf die Sprünge, die ich in meiner Kindheit von einem alten Sozialdemokraten hörte, der noch August Bebel von fern kennen gelernt hat:  

 

„Der Weise eilet seiner Zeit voraus,

der Kluge geht mir ihr auf allen Wegen,

der Schlaukopf nutzet sie gehörig aus,

und nur der Dumme stellt sich ihr entgegen.“

 

Dass heute Profitgier die wirklich Mächtigen dieser Welt antreibt, steht wohl außer Frage. Das Ausnutzen der Zeit gehört zu ihrem Erfolgsrezept, neudeutsch „Marketing“ genannt. Sie sind freilich klug, nutzen diese Klugheit aber zuerst für ihren Vorteil. In der Definition und Logik dieses Verses sind sie unter „Schlaukopf“ einzuordnen. Vergleichen Sie nach dem Lesen dieses Artikels auf unser Homepage www.artikel-eins.com unter Themen:

 

Das Chemie-Pharma-Öl-KARTELL und die Polit-Helfer! (Video anschauen)

Dr. Rath (Vortrag)

 

Sie werden die Verzahnung bestätigt finden. Die „Schlauköpfe“ unserer heutigen Zeit bedienen sich der Erfindungen, monopolisieren sie, benutzen das Geldsystem unserer Zeit (welches sie erst geschaffen haben) und stecken die gesamte Erdbevölkerung in ein Hamsterrad. Wie es mit dem Geld funktioniert, zeigen unsere weiteren kleine Filmchen unter Themen:

 

Wie funktioniert Geld? Teil 1 (Video anschauen)

www.youtube.com

 

Wie funktioniert Geld? Teil 2 (Video anschauen)

www.youtube.com

 

Wie funktioniert Geld? Teil 3 (Video anschauen)

www.youtube.com

 

Und aus der Darstellung der ersten Folge (aus Max-News) erkennen wir, dass diese Tendenzen zur Versklavung der Erdbevölkerung in das erwähnte Hamsterrad schon Jahrhunderte verfolgt werden – wenigstens hat es den Anschein, weil wir ja auf eine lange Entwicklung zurück blicken!

 

Wer hat denn nun das „Primat“, jene geheimnisvolle „verdeckte Hand“ oder die „Wellen der Weltwirtschaft“, die technologischen Veränderungen folgen? Ist es „menschliche Bosheit“, welche Kriege, ja Weltkriege zur Aufrechterhaltung der Macht und Ausdehnung über die Welt anzettelt? Oder sind eben diese „Wellen der Weltwirtschaft“ der Grund für den beklagenswerten Zustand der Gesellschaft unserer Zeit? Und sind wir ihnen hoffnungslos ausgeliefert, den einen wie den anderen?

 

Lassen wir diese Fragen – zunächst. Halten wir uns an die Verse des alten Sozialdemokraten. In der Aufzählung der verschiedenen Leute liegt auch eine Rangordnung. Die Klugen stehen über den Schlauen – und der Weise, der seiner Zeit voraus eilt, wird meist erst von nachfolgenden Generationen verstanden. So ist es normal – doch was hindert uns, die wir „die Klugen“ sein, sie nicht heute schon finden wollen? Mit Wissen sollte es doch der Masse der „Klugen“ möglich sein, die wenigen „Schlauköpfe“ so weit in gesellschaftliche Normen zu zwingen, dass sie den anderen Menschen nicht mehr aus Profitgier schaden können? Nun müssen wir nur noch die „Weisen“ finden, von ihnen lernen, die Zahl der „Klugen“ vermehren, sie richtig organisieren und die „Dummen“ mitreißen ...

 

„... das Einfache, dass so schwer zu machen ist ...“ soll ein „Weiser“ gesagt haben. Aber damit wollen wir uns das nächste Mal befassen.

 

„Wie die Welt funktioniert“ ...? (4)

Von Klaus Buschendorf

 

Erinnern Sie sich der Darstellung aus Max-News? Wie die Hochfinanz zunächst nur die Feudalisten in ihrem Hamsterrad laufen ließ? Ich will noch weiter zurück gehen. Ich möchte Sie jedoch bitten, einen gedanklichen Rückblick in ferne Geschichte mit eigenen Erfahrungen zu vermischen. Beweise für das, was ich jetzt zu bedenken gebe, werden sich nicht finden lassen. Aber jeder beherrscht Logik des Alltagslebens, ihrer will ich mich bedienen.

 

Im ausgehenden Hochmittelalter betätigte sich die Kaufmannsfamilie der Fugger in Augsburg als Bankier der Herrscherfamilie Habsburg. Sie sicherte die Wahl eines ihrer Mitglieder zum Deutschen König und Kaiser (Maximilian I.) und den weiteren Erfolg mit Karl, den V., auch zum spanischen König. Die Habsburger wurden zu Weltherrschern. Weltherrscher zahlen keine Schulden zurück. Die Fugger gingen pleite.

 

Das beobachtete die Kaufmannsfamilie Rothschild in Frankfurt. Sie zog den Schluss: Nie von einer Familie, von einer Seite abhängig machen! Und zog Konsequenzen. Deutschland war zu unsicher. In England kämpften Adelsfamilien um die Macht. Die Rothschilds finanzierten beide. Mit dem Sieger gelang ihnen, die englische Währung zu übernehmen.

 

In den englischen Kolonien Amerikas wandten sich die Kolonisten gegen die Krone. Die Rothschilds suchten jetzt einen Gegenpol zur englischen Krone. Sie unterstützten die Kolonisten, hatten Erfolg und die USA entstanden.

 

In Europa stemmte sich das erstarkte absolutistische und feudale Frankreich gegen ihren Griff nach dem Franc. Die Revolution besiegte den König. Im Verborgenen bekamen die Rothschilds den Franc.

 

Mit dem Aufstieg der Hohenzollern und Romanows erwuchsen den Rothschilds (zu denen sich inzwischen andere Familien besonders in England und den Niederlanden) hinzugesellt hatten) neue Gegner für eine in ihrem Sinne freie Weltwirtschaft. Getreu ihrer Maxime der Beherrschung bzw. Lenkung beider Seiten konnte diese Gefahr für sie nur durch gegenseitige Blockierung ausgeschalten werden. Das erreichten sie durch Schaffung eines neuen Gegensatzes in Europa: England und Frankreich einerseits und Hohenzollern und Habsburger andrerseits. Die immer noch starke Stellung des feudalen Deutschlands suchten sie durch den Gegensatz zu Russland zu schwächen. So begann der I. Weltkrieg mit dem Ziel der Ausschaltung der Hohenzollern, der Habsburger und der Romanows.

 

Wider Erwarten hatten Hohenzollern und Habsburger aber 1915 den Krieg dem Wesen nach gewonnen. Der deutsche Kaiser wollte Frieden schließen. Man beschloss, die Romanows mit einer Revolution zu beseitigen und unterstützte dafür Trotzki (in Chikago) und Lenin (in der Schweiz) mit Geld. Um den wahrscheinlich werdenden Sieg der Hohenzollern und Habsburger zu verhindern, zog man Italien und die USA mit in den Krieg. Man schaffte die Vernichtung aller alten feudalen Familien in Europa. Aber der deutsche Staat blieb erhalten. Lenin und Trotzki zeigten sich als „Verräter“ und die Bolschewiki liefen „aus dem Ruder.“ Der I. Weltkrieg hatte die Ziele der Hochfinanz nicht erreicht. Die „Pariser Vorortverträge“ bereiteten den II. Weltkrieg vor.

 

In Deutschland gelang ihr mit Hilfe der „Hyperinflation“, alle Goldbestände aus dem Land zu holen. In Russland besorgte Stalin ihre Geschäfte, sowohl Lenin als auch Trotzki wurden „gerichtet“ und die Bolschewiki völlig umgedreht. Dennoch geriet Russland nicht in den direkten Einfluss der Hochfinanz.

 

Man besann sich alter Prinzipien: Schaffe Gegner und verdiene an ihrem Konflikt. Man griff sich Hitler und baute seine Bewegung als „Nationalsozialismus“ gegen den „Kommunismus“ auf. Plötzlich lies man Hitler ein Geldsystem zu, dass überall in der Welt vergessen schien: die Bezahlung mit Wechsel. Man erließ ihm stillschweigend die Reparationen, duldete die „Wiederherstellung der Wehrhoheit“. Man warf ihm Österreich und die Tschechoslowakei zu. Und sorgte mit der „Endlösung der Judenfrage“ dafür, dass man das deutsche Volk auch noch nach dem Krieg mit der Kriegsschuld und dem Holocaust als Schuldvorwürfe belasten konnte. Denn: Natürlich muss es diesen Krieg verlieren.

 

Als ob jemals ein Volk in seiner Gesamtheit an einem Krieg schuld gewesen sei! Stets waren es Herrschende, die es zum Kriege trieben. Und bis 1914 galten Kriege als „Gottes unerforschlichem Ratschluss“. Eine Schuldfrage am Krieg – das gab es vorher nie.

 

Das „deutsche Volk“ verlor den Krieg. So ganz nebenbei hatte man vorher seine ganze Intelligenz als Emigranten aus dem Land geholt – natürlich nach Amerika! Nun musste man noch seinen Nationalstaat zerschlagen, seine Bildung, damit keine Intelligenz nachwächst. Nun spaltete man „die Deutschen“, ließ Bildungssysteme der Länder gegeneinander „im Wettbewerb“ konkurrieren, zerschlug (und zerschlägt) sein Hochschulsystem. Erwuchsen dennoch kluge Köpfe – die USA verlockten sie. Das war sehr nötig aus Sicht der Hochfinanz, die nur noch in den USA „siedelte“. Waren doch bis 1945 die Hälfte aller wissenschaftlichen Veröffentlichungen in der Welt in Deutsch geschrieben worden! Nun ist Englisch die „Wissenschaftssprache“ – und Albert Einstein wird gar als „deutsch-amerikanischer“ Physiker bezeichnet!

 

Eines ihrer Ziele aber hatte die Hochfinanz noch nicht erreicht: Russland war nicht unter ihrem Einfluss. 1989/90 endlich zerschlugen seine Beauftragten das „Kommunistische Imperium“ von innen – von außen war es nie gelungen. Doch die Russen blieben dennoch außen vor. Ehe die ausländischen Global Player im Land Fuß fassen konnten, hatten Russen sich das „Volkseigentum“ selber unter den Nagel gerissen: Jelzin hatte seine Aufgabe nicht richtig erfüllt und musste gehen. Putin sollte es richten – doch er enttäuschte die Hochfinanz wie weiland Lenin. Er schloss einen Pakt mit „seinen“ reich gewordenen Russen: Ich lasse Euch in der Wirtschaft verdienen – ihr lasst mich im Staat frei walten. Sie hielten sich alle daran – bis auf zwei, einer lebt heute in England, der andere im Gefängnis.

 

Und im fernen China erwuchs der Hochfinanz ein neuer, unerwarteter Gegner!

 

Das soll erst mal genügen. Doch was hat das mit „Weisen“, „Klugen“ und „Schlauen“ zu tun? In der nächsten Fortsetzung fügen wir alles zusammen.         

 

„Wie die Welt funktioniert“ ...? (5)

Von Klaus Buschendorf

 

Die letzte Folge könnte unter Umständen den Eindruck vermittelt haben, dass man die Entwicklung in der Welt als eine Art Familiengeschichte sehen könne. Einflussreiche Familien rangeln unter sich seit Jahrhunderten um die Macht. Doch wer genau hinsieht, bemerkt auch, dass sie nicht die Entwicklung in der Hand haben – sie nutzen sie aus. Allerdings haben sie hohe Fertigkeiten entwickelt, die Innovationen in der Welt und die gesellschaftlichen Veränderungen immer so zu nutzen, dass sie selbst „wie Fettaugen auf der Brühe“ schwimmen. Und zieht man die „Kondratieff-Wellen der Weltwirtschaft“ in den Vergleich, sind sie die Surfer, die sich immer oben halten, egal, woher der Wind auch kommt. Ein Surfer benötigt viel Erfahrung, Wissen und Konzentration, um nicht in den Wellen zu verschwinden. Und so muss man auch jene „Familien“ als geschickte Kämpfer um die Weltherrschaft bezeichnen. Jahrhundertelange Erfahrung hat sie gestählt – sie sind dem normalen „Volk“ weit voraus in der Kenntnis der gesellschaftlichen Zusammenhänge und im Wissen, wie man unter seinesgleichen Krieg führt. Denn sie sind keine Klasse, die zusammen hält. Sie stehen im immerwährenden Krieg untereinander. Auch Todesopfer unter ihnen sind so selten nicht. Das größte Land, welches sie unter ihre Kontrolle brachten, hat nicht umsonst die meisten Präsidenten durch Attentate verloren – die USA. Das zeigt auch, wie sie mit Politikern umgehen, welche ihren geheimen Anweisungen nicht Folge leisten wollen.

 

Schauen Sie noch einmal auf die langen Wellen der Weltkonjunktur. Suchen Sie zu den „Wellen“ die dazu gehörigen Erfindungen. Es sind (grob eingeteilt) Dampfmaschine, Lokomotive, Elektromotor, Automotor und Computer.  

 

 

Ordnen wir diese zeitlich zu, dann fällt eine zunehmende Verschiebung auf. Die Dampfmaschine fällt noch ins 18. Jahrhundert, Lokomotive bis Auto gehören ins 19., und nur der Computer fällt in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die 4. und 5. „Welle“ folgen ihren Erfindungen viel später nach als früher. Und weiter fällt auf, dass mit Ende des II. Weltkrieges keine Erfindung mehr eine solch bahnbrechende Wirkung hatte wie bis zu diesem Zeitpunkt. Das ist erstaunlich und nachdenkenswert.

 

Wenden wir uns der Frage zu: Wer erfand eigentlich? Bis zum Automotor können wir konstatieren, dass die Erfinder in der Regel auch die Chefs der damals wichtigsten Unternehmen wurden. Beginnend mit den Engländern James Watt und Robert Stevenson, weiter mit deutschen Namen Daimler, Benz, Thyssen, Mannesmann, Zeiss, Abbe und anderen sind alle Firmengründer dieser Zeit auch bedeutende Männer der Wissenschaft, bzw. ihrer wirtschaftlichen Anwendung  gewesen. Konrad Zuse, der den Computer erfand, blieb unbeachtet. Sehr viel später erst wird seine Erfindung Auslöser der „5. Welle“. Er selbst hatte überhaupt keinen persönlichen Nutzen davon.

 

Inzwischen ist auch die Führung der Weltwirtschaft von den großen Unternehmen in andere Hände übergegangen. Nun „erfindet“ die Finanzwirtschaft neue „Geldprodukte“. Kredit und Aktie reichen ihr längst nicht mehr aus, Optionsscheine, Zertifikate ..., heute zusammenfassend „Derivate“ genannt, kommen hinzu und helfen ...? Wobei eigentlich? Doch nur, um an Börsen auf spekulative Weise durch Kauf und Verkauf Gewinne zu machen. Neue Werte schaffen sie keine! Man vermehrt ... Geld! Aber Geld ist dem Wesen nach nur ein Wertvergleich, ein Schuldschein, man kann es nicht essen, nicht damit pflügen ...! Ein „Vergleichswert“ wird vermehrt – das nützt nur dem, der „Vergleichswerte“ hat! Geld pervertiert!

 

Kehren wir zu der Auffälligkeit zurück, dass keine wesentliche Erfindung nach dem II. Weltkrieg mehr festzustellen ist. Das stimmt so nicht. Aber kaum einer weiß es besser. Da gibt es die Geschichte des brillanten Forschers Nicolas Tesla, eines Zeitgenossen Albert Einsteins. In den zwanziger Jahren führt er einen Konverter vor, der „aus der Luft“ Energie „fischt“. Aus einem französischen Renault entfernte er den Motor und fuhr mit diesem Konverter ohne jede Energiezufuhr. Hat er das „Perpetuum mobile“ doch erfunden? Nein, sagte Tesla, überall vorhandene Raumenergie, die nichts kostet, einfach da ist, treibt mein Auto an. Etwas, das nichts kostet? Der Westinghouse-Konzern in den USA, in dessen Dienst Tesla steht, wird hellhörig. Damit kann man nichts (oder nur sehr wenig) verdienen. Der Konzern bricht Teslas Versuche und das ganze Versuchsfeld ab. Und alle Unterlagen kommen unter Verschluss.

 

Ich habe diese Geschichte nicht glauben wollen. Erst als ich mich eines kleinen Erlebnisses aus meiner Kinderzeit kurz nach dem II. Weltkrieg erinnerte, kam ich ins Grübeln. Da führte mir, dem Kind, ein Jugendlicher das „Ewige Zündholz“ vor. Er nahm ein Streichholz aus der Tasche, zog es an der Wand ab, eine Flamme entstand, er blies es aus; tat das nochmal, und nochmal ... Kurz danach sprach er: „Das Ewige Zündholz gibt es nicht mehr. Ein schwedischer Konzern hat es jetzt im Tresor.“ Danach vergaß ich die Geschichte wieder.

 

Wie ordnen wir das ein? Gibt es einen Zusammenhang mit den „Wellen der Weltkonjunktur“? Was sagt es über die Rolle jener „Familien“ aus, die um die Vorherrschaft in der Welt rangeln? Sind sie es, welche die Weltentwicklung bestimmen oder nutzen sie diese nur aus? Treiben sie voran oder hemmen sie? 

 

Viele Fragen. Versuchen wir, sie zu lösen – in der nächsten Folge.

 

Wie die Welt funktioniert ...? (6)

Von Klaus Buschendorf

 

Kehren wir zurück zu jener Lebensweisheit eines alten Mannes:

„Der Weise eilet seiner Zeit voraus,

der Kluge geht mit ihr auf allen Wegen,

der Schlaukopf nutzet sie gehörig aus und

nur der Dummkopf stellt sich ihr entgegen.“

Wir hatten uns in allen Folgen dieser Artikelserie mit den „Familien“ beschäftigt, welche auf den „Wellen der Weltkonjunktur reiten“ und sie gehörig für sich ausnutzen. Wir haben schon festgestellt: Sie selber treiben nichts voran, sie nutzen aus. Sie sind also in diesem Vergleich – die Schlauköpfe. Reicht das aus, sie so zu charakterisieren?

 

In der letzten Folge kamen wir zu einer weiteren Feststellung: Sie hemmen die Entwicklung aus eigensüchtigen Interessen. Wer aufmerksam in unsere Gegenwart schaut und sich nicht den Blick von „seriösen“ Medien vernebeln lässt, kann es selbst feststellen. Manchmal schaffen es neue Entwicklungen fast, sich durchzusetzen. Der Transrapid würde (grob geschätzt) die Hälfte aller Flugzeuge vom Himmel, die Hälfte aller Autos von der Straße holen – und gefährdet damit die Existenz der heutigen Auto- und Flugzeugindustrie. Also musste man ihn verteufeln und die Bevölkerung gegen ihn aufhetzen – und Siemens zog den Schwanz ein. Das nächste Beispiel ist der Cargo-Lifter gewesen. Da trieb man die entwickelnde Firma in die Insolvenz. Die ganze heutige Atomtechnologie bräuchte überhaupt keine „Endlager“, denn schwere, radioaktive Elemente, auf deren Kernspaltung sie beruht, kann man weit „herunter spalten“ in leichte Elemente, die nicht mehr radioaktiv sind. Eigentlich lernt man das in der Physik mindestens ab Klasse 10 und könnte diesen Schluss bei jedem Menschen folgern lassen – wenn da nicht so viele Vorurteile durch die offiziellen Medien geschürt würden. Dieses „Herunterspalten“ würde natürlich Geld kosten – und deshalb will man es nicht. Der Kapitalismus heute hemmt den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt.

 

Würden unsere Politiker heute nicht Lobbyisten der „Global Player“, sondern wirklich „Staatsmänner“ sein, hätten sie ein reiches Betätigungsfeld. Das haben sie auch heute – aber sie nutzen es zur Verschleierung dieser Verhältnisse. (Die letzten Staaten, die solcherart „Staatsmänner“ hatten, waren die der Hohenzollern, Habsburger und Romanows. Darum mussten sie im I. Weltkrieg untergehen.)    Das sind zwei unserer heutigen Probleme der Gesellschaft.

 

Doch diese Einschätzung der Politiker lassen wir hier nur „am Rande“ liegen. Wer sich der Zeit entgegen stemmt, ist ein Dummkopf, lautet jene Lebensweisheit. Und die „Familien“ stemmen sich doch der Zeit entgegen, wenn sie wissenschaftlich-technischen Fortschritt verhindern! Schlauköpfe und Dummköpfe in einem? Wie passt das zusammen?

 

Worin sind sie schlau? In der Verfolgung ihres eigenen Vorteils. Ist das auch der Vorteil für alle Menschen? Nein, natürlich nicht, bei der Verfolgung der Menschheitsentwicklung als Ganzes sind sie die Dummköpfe! Und Dummköpfe lehrt man besseres Wissen oder – stellt sie beiseite, weil sie die anderen hemmen! Jeder, der schon einmal Gruppen leitete, als Lehrer, im Arbeitsprozess, als Vorsitzender eines Vereins, wird diese einfache Praxis im Umgang mit Menschen kennen. Gilt sie nicht genauso für die ganze Menschheit? Nur die Dimension ist größer als der Erfahrungsschatz eines einzelnen Menschen, gültig bleibt sie deshalb trotzdem.

 

Und wenn diese „Familien“ sich dieser einfachen Folgerung nicht beugen wollen? Das muss sich zeigen. Denn: So wie die Menschheit als Ganzes (unter der Führung der „Familien“ heute auf unserem Planeten wütet, haben Leute recht, die den Menschen „als Irrläufer der Evolution“ bezeichnen – der Mensch rottet sich aus als Art. Die „Familien“, die das tun, sind gänzlich gleichgültig geworden gegenüber dem Schicksal einfacher Menschen. Sie sind auch gleichgültig gegenüber der Natur. Die aber braucht den Menschen nicht, sie existiert auch ohne ihn. Hirsche, die sich reich vermehren in einem Wald, reiben seine Bäume wund – der Wald geht ein. Danach sterben die Hirsche. Zur Zeit handeln wir als Menschheit unter Führung jener „Familien“ genauso dumm wie jene Hirsche. Und darum sind jene „Familien“ doch mehr „Dummköpfe“ als Schlauköpfe“! Entledigen wir uns ihrer – sonst entledigt sich die Natur der Menschheit. Anders steht die Frage unserer Zukunft nicht.

 

Was ist nun zu tun gegen das Wirken dieser „Familien“? Und wer soll es tun, wer kann es und wie? Diesen Fragen müssen wir uns stellen, sonst bleibt alles beim Alten. Gehen wir das an – in der nächsten Folge.

 

Wie die Welt funktioniert ...? (7)

Von Klaus Buschendorf

 

Worauf beruht eigentlich die Macht jener „Familien“? Sie haben das Erdöl und das Geldsystem in ihre Gewalt gebracht. Eine „graue Wand“ aus Staaten und Politikern hält ihnen das „gewöhnliche“ Volk vom Leibe. Massenmedien stellen alle Probleme dieser Welt dem „gemeinen“ Bürger gänzlich anders dar, als sie sind. Sie tun alles, die „Dummheit“ in der Welt zu befördern – zurzeit greift man besonders das deutsche Bildungssystem konzentriert an unter dem Vorwand der Vereinheitlichung in der Welt, der „Globalisierung“, zerschlägt man Bewährtes und führt „Modernes“ ein – Masters, Baccalaureus. Und man behauptet, alles werde knapp, Energie, Ressourcen, das Klima spiele verrückt – andere Ansichten werden unterdrückt. Dabei wäre alles anders, würde man den technischen Fortschritt nicht unterdrücken, um Gewinne zu sichern, zu erhöhen.

 

Man bedient sich der Ängste der Menschheit. Was könnte man dagegen setzen? Aufklärung – doch das ist schwierig. Alle Massenmedien sind in ihrer Hand, der Besitzer des Verlags legt fest, was gedruckt wird und was nicht. Pressefreiheit – die gilt nur für den Besitzer, nicht für den Journalisten. Der Chefredakteur hält schon den Praktikanten am Zügel. Nur Medien wie das Internet bieten Journalisten wirklich Freiheit – doch zu welchem Preis? Geld verdienen, den Lebensunterhalt daraus bestreiten, das ist kaum möglich.

 

Da wagt es ein arabischer „Diktator“, die Gewinne seines Staates aus dem Erdölgeschäft nicht bei der Weltbank anzulegen, sondern setzt sie direkt um in ein großes Wasserbauprojekt. 1980 begonnen, ist es jetzt seit einem halben Jahr fertig, die Früchte könnten bald geerntet werden. Das Land hat schon den höchsten Lebensstandard Afrikas, keine Analphabeten, und seine Lebensqualität ist so gut, dass in seinen Krankenhäusern Ärzte und Schwestern aus Osteuropa arbeiten. Und was geschieht nun mit – Libyen?

 

Deutsche Ingenieure entwickelten einen neuen Atomreaktortyp. Der produziert keinen atomaren Abfall, der kann nicht „hochgehen“, der hat soviel Temperatur „übrig“, dass man nebenbei noch Kohle in Benzin umwandeln könnte. Da kommt Tschernobyl – Atomkraft wird verteufelt, der Reaktor stillgelegt. Dabei hätte seine Weiterentwicklung der ganzen Welt aus ihrer „Erdölknappheit“ helfen können und Energie genug geliefert – aber den Erdöl produzierenden Konzernen geschadet! Nun steht er still in Nordrhein-Westfalen, versiegelt, totgeschwiegen.

 

Es gäbe sicher noch viel mehr zu berichten aus solchen verschwiegenen Entwicklungen. Belassen wir es dabei und suchen wir nach Möglichkeiten, solche Erscheinungen zu beenden. Doch zunächst müssen wir suchen, worauf ihre Macht über uns beruht.

 

Wussten Sie von solchen technischen Entwicklungen? Wussten Sie von dem Wasserprojekt in Libyen? Wussten Sie von …? Viele solcher Fragen könnte man stellen, vergeblich suchte man Antworten in Massenmedien und allgemeinen Lehrbüchern. Einzelne Bücher wagen sich an diese Themen, Beiträge im Internet – und werden von den offiziellen Massenmedien in der Regel unter „Verschwörungstheorie“ abgelegt und verteufelt. Desinformation ist die erste Waffe, welcher sich diese „Familien“ bedienen.

 

Hand in Hand damit geht eine Verdummung vor sich, die sich grundsätzlich unter „Reformen zur Verbesserung“ der Schul- und Hochschulsysteme tarnt. Jahrhundertelang kämpften deutsche Pädagogen dafür, dass sich in Deutschland ein hochklassiges, einheitliches Bildungssystem entwickeln konnte. Mit dem Kaiserreich von 1870 war das erreicht – nicht nur im Bildungssystem, überall wurde Deutschland zu einem wirklichen Zentralstaat, der die Zersplitterung überwunden, den jeweils besten Stand zum Standard gemacht hatte. Heute will man wieder einen „Wettbewerb der Länder, der Schulsysteme“ darüber entscheiden lassen, welche Form der Wissensvermittlung „die beste“ sei – das ist lang entschieden, das ist in Wahrheit gewollter Rückschritt. Und die Leistungen unserer Schulabgänger beweisen das jedem aufmerksamen Menschen immer wieder. Dem schließt sich das „Niveau“ unseres Fernsehens, unserer Kultur an. Was die Neuberin zu Lessings Zeiten forderte, dass Theater dem einfachen Volk Bildung zu lehren habe, ist vergessen, wenn man die „Seifenopern“ der Tagesserien unserer Sender sieht, die Gewaltorgien in Kriminalserien hautnah vorgeführt bekommt. Das alles dient der Verrohung der Beziehungen zwischen Menschen, wie auch die Serien von „Tatarenmeldungen“ in den Nachrichten und Nachrichtenmagazinen.

 

Der Missbrauch von Worten ist eine weitere Form. Wer heute in den Massenmedien stets das Wort „Freiheit“ gebraucht, meint nicht die Freiheit des normalen, einfachen Menschen, sondern die des an der Spitze der Gesellschaftspyramide stehenden „Managers“ – auch nicht die des Politikers, sondern des Wirtschaftskapitäns. Eigentlich meint er die Anarchie, in der er sich aufgrund seiner Wirtschaftsdominanz am besten durchsetzen kann: Ohne Regeln, denn die macht er selbst. Jeglicher Zwang, den er nicht selbst ausübt, ist ihm ein Gräuel. Und so wettert er gegen alle „staatliche Bürokratie“, gegen „moralische Werte“, welche das „freie Agieren der Wirtschaft“ einschränke – als ob das menschliche Gemeinwesen ohne Regeln existieren könne! Doch Regeln dienen dem Schutz der Schwachen gegen die Stärksten! Die Stärksten brauchen keine Regeln, sie sind selber stark genug, für sich zu sorgen. Was also propagiert man heute mit solchen Phrasen? Es ist der blanke Egoismus. Egoismus dient den Mächtigen, Verborgenen zur Aufrecherhaltung ihrer Herrschaft. Wer stets nach „schneller, höher, weiter“ strebt, vergisst, dass zum Sieger der Verlierer notwendig gehört, und auch der Verlierer ein gleiches Recht zum Leben hat. Ein solcher „global“ denkender Mensch erleichtert dieses Herrschaftssystem und stellt es nicht infrage.

 

Es gäbe noch vieles anzuführen, sparen wir uns das und folgern: In den Jahrhunderten, in denen jene „Familien“ gelernt haben, zunächst Monarchien, dann Nationen gegeneinander zu hetzen und aus Kriegen Gewinne zu ziehen, haben sie enorme Fähigkeiten entwickelt, das Prinzip „Teile und herrsche“ zu verbessern und anzuwenden. Heute genügt ihnen das nicht. Heute hetzen sie die einzelnen Menschen mit der Erziehung zum grenzenlosen Egoismus gegeneinander und ziehen daraus Gewinn. Viele Gesetze und „bürokratische“ Bestimmungen des Alltags scheinen geradezu dumm und sinnlos zu sein – und der Normalverbraucher wundert sich darüber. Sie sind nicht dumm und sinnlos – stellt man sich gedanklich auf den Ausgangspunkt, dass diese „bürokratischen“ und „sinnlosen“ Gesetze und Bestimmungen die Menschen teilen wollen, um sie zu beherrschen.

 

Üben Sie sich, prüfen Sie in Gedanken, wie das im Alltag und der großen Politik erfolgt. In der nächsten Folge wollen wir uns mit Gegenmitteln beschäftigen. 

 

Wie die Welt funktioniert ...? (8 und Schluss)

Von Klaus Buschendorf

 

Gegenmittel zur Politik der „großen Familien“ hatte ich in meiner letzten Folge angekündigt. Wir wollen sie suchen. Wiederholen wir zunächst zusammengefasst, worauf ihre Herrschaft beruht.

 

Teile und herrsche! Das ist ihr erstes Prinzip. Sie haben es jahrhundertelang unter den verschiedensten Gesellschaftsformen angewandt. Zuerst finanzierten die Fugger eine Dynastie, die Habsburger. Die Habsburger wurden Weltherrscher und zahlten ihre Schulden nicht zurück Die Fugger gingen pleite. Das sah die Familie Rothschild und schloss: Finanziere mindestens zwei Herrscher! Klinke Dich in ihren Konflikt ein und lass sie beide zahlen! Und siegt der eine, lass ihn Dir aus seinem Sieg die eigenen Verluste aus der Niederlage des anderen bezahlen. Die Rothschilds sahen, dass das im spätmittelalterlichen Deutschland zu kompliziert war – sie gingen nach England, wo gerade die „Weiße“ und die „Rote Rose“ (zwei verschiedene Adelsgeschlechter) um die Macht kämpften. Der erste Erfolg stellte sich ein. Andere Kaufmannsfamilien wurden aufmerksam und schlossen sich an. Bald kämpfte England gegen Frankreich – jahrhundertelang – und Kaufmannsfamilien lachten sich ins Fäustchen! Alle Monarchien waren bei ihnen verschuldet. Aber immer blieben auch kleine Verluste, die sie nicht von den Feudalisten eintreiben konnten – weil eine Seite immer den Krieg verlieren musste. Da kamen sie auf den Gedanken, nicht mehr die Feudalisten zu verschulden, sondern die Menschen bei ihnen selbst direkt. Sie erfanden – die Demokratie! Nun mussten Revolutionen und Kriege her, die Feudalisten zu entmachten. Die letzten (Hohenzollern, Habsburger und Romanows) überlebten den I. Weltkrieg nicht. Aber die gekauften „Bolschewisten“ liefen aus ihrem Ruder, wurden (aus ihrer Sicht) zu „Verrätern“! Also musste der II. Weltkrieg her, zu vollenden, was der I. nicht geschafft hatte.

 

Doch so richtig erreichten es die „Familien“ nie, alle ihre Ziele zu verwirklichen. Auch heute nicht. Doch ihr (nie zugegebenes) Streben nach der Weltherrschaft (heute „Neue Weltordnung“ genannt) kann nie zum Ziele führen. Erstens gestalten sie die Geschichte nicht, sondern nutzen nur ihren von ihnen unabhängigen Lauf für ihre Ziele aus. Zweitens geraten sie aufgrund des Konkurrenzprinzips untereinander immer in Konflikte beim Aufteilen der Beute, mal ist diese, mal jene „Familie“ – oben! Doch wir können uns deswegen nicht beruhigt zurücklehnen. Denn: Alle diese vergeblichen Bemühungen sind mit Leid und Tod vieler Menschen verbunden – was heißt vieler – Millionen!

 

Das klingt so naiv einfach, werden manche Leser sagen, dass es ins Reich der Fabel gehören muss. Was hat er sich da nur ausgedacht?

 

Erinnern Sie sich der ersten Folge dieser Serie, meines Verweises auf eine Nachricht von „Max News“ aus dem Jahre 2009? Ich habe nur vereinfacht zusammengefasst, was viele kluge Köpfe vor mir schon lange gefunden hatten. Sie haben noch nie so etwas gehört?

 

Wir sind schon in den Bereich gekommen, Schlussfolgerungen für die Art der Bekämpfung jener „Familien“ zu ziehen. Dem Prinzip „Teile und herrsche“ ist zu begegnen durch Kooperation, durch Familiensinn, Zugehörigkeitssinn zu größeren Menschengruppen – wie es uns zurzeit die Japaner anlässlich Erdbeben, Tsunami und Fukushima vorleben. Solidarität heißt das Wort, vor dem die „Familien“ die größte Furcht haben müssen – und deshalb predigen sie alle Formen des Egoismus und leben ihn vor, das Streben nach größtmöglichster Spitzenleistung überall, verbunden mit der Verachtung des „Losers“, des „Verlierers“ – nur der erste Platz sei etwas wert im Leben – hören Sie es „trappsen“? Fangen wir im persönlichen Rahmen an, suchen wir nach Verständnis für den Menschen gegenüber, helfen wir einander. Besinnen wir uns wieder der europäischen Werte: Nächstenliebe, Pflichtgefühl, Ordnung, Tradition – und organisieren wir uns über sogenannte soziale Schichten hinweg gemeinsam. Ein Volk – das ist kein „rechter“ Begriff! Dass es ein „rechter“ Begriff sei, wird uns von jenen „Familien“ heute eingeredet. Warum soll ich nicht stolz sein auf meine Familie, meine Gemeinde, mein Volk und meine Sprache? Haben wir, das deutsche Volk, nicht viel beigetragen zur Entwicklung aller Menschen in der Welt? Und „Sünden“ haben alle Familien, Gemeinden, Völker auf sich geladen – das bleibt nicht aus – kein Grund, auf Ewigkeit in Klagen auszubrechen und die eigene Achtung gering zu halten! Achten wir uns selbst – und achten wir andere. Üben wir Solidarität! Das ist der erste Rat für uns.

 

Sie haben noch nie so etwas gehört? Doch, sicher – aber nicht in diesem Zusammenhang. Denn das Verbergen dieses Zusammenhangs ist ein Grundprinzip für das Funktionieren von „Teile und herrsche“. Also ist Wissen und Aufklärung der zweite Rat für uns.

 

Wer Jahrhunderte schon nach der Weltmacht strebt, der hat Erfahrung, wie er siegreich Kämpfe gestaltet, weiß, wie er Niederlagen verkraftet. Er hat das Wissen dazu und auch Standhaftigkeit in der Verfolgung seiner Ziele auf unsere Kosten gesammelt. Wir sollten danach streben, sie zurück zu gewinnen – die Kosten unserer Niederlagen. Denn diese „Familien“, besser, diese „Clans“, konnten Siege und Erfahrungen nur auf unsere Kosten sammeln. Zurück zu holen – das heißt nichts anderes, als von ihnen zu lernen. Das mag abstrus für manches Ohr klingen, sind diese „Clans“ doch unsere ausgewiesenen Feinde. Doch vom Feinde lernen, das ist so ungewöhnlich nicht. Der römische Feldherr Scipio lernte von seinem Gegner Hannibal – und schlug ihn schließlich. Gneisenau und Clausewitz, die Schmiede des Sieges in den Befreiungskriegen, lernten von Napoleon – sie schlugen ihn. Durch die ganze Geschichte zieht sich der Prozess des Lernens vom Gegner. Wir dürfen uns nicht zu schade dafür sein. Es ist der dritte Rat an uns selbst.

 

Von dem man lernt, den achtet man gewöhnlich. Er ist uns meist Lehrer und bleibt oft ein Leben lang für uns Vorbild. Doch können wir das in diesem Falle übertragen? Nein, sage ich. Denn zum Vorbild kommt Moral – und von dieser sind die „Clans“ uns gegenüber völlig frei. Wer Kriege anzetteln lässt, um daraus Macht über andere Menschen zu gewinnen, kann uns keine moralischen Vorbilder liefern. Wir sehen ja auch heute, welche Moral man uns vermitteln will: blanken Egoismus. Den tarnt man gut als „Leistungswillen“, Streben nach Perfektion, löbliches beharrliches Verfolgen eine „Geschäfts“-zieles … In den Zeitungen stehen zuhauf Formulierungen, welche alle nur darauf gerichtet sind, dass wir den Egoismus dahinter nicht erkennen mögen. „Gewinnstreben“ sei unerlässlich im „Konkurrenzkampf des globalisierten Marktes“? Natürlich, in dieser Gesellschaft, unter den von den „Clans“ geschaffenen Bedingungen ist es das schon – aber muss das immer so sein? Für den, der die Moral der „Clans“ für sich übernommen hat, ist das zwingend. Aber die „Freiheit“, welche die „Clans“ propagieren, läuft nur auf die Freiheit des Einzelnen hinaus, auf die Erreichung seiner Ziele – und nur seiner Ziele, ohne Rücksicht darauf, was mit seinem Nachbarn geschieht. Und so missbraucht er das Wort Freiheit, die Anarchie zu verbergen, nach der er in Wahrheit strebt. Den in einem anarchischen Zustand herrscht das Faustrecht des Stärksten – der will jeder „Clan“ sein, er will die Gesetze machen und durchsetzen – nur er! Kontrollen, Regeln – mit dem Begriff „staatlichen Bevormundungen“ diffamiert er sie, nur nicht einmischen in den „freien Markt“ verlangt er – zu seinem Nutz und Frommen! Und so merken wir langsam, dass wir alle Worte hinterfragen müssen, die von den „clan“-gesteuerten Massenmedien kommen. Sie dienen mehr der Täuschung als der Wahrheitssuche. Schon Tucholsky fand: „Die schlimmste Lüge ist die Wahrheit – mäßig entstellt.“ Das beherrschen sie vorzüglich! Lösen wir uns von der in den Massenmedien, von der „clan“-gepredigten Moral. Schaffen wir uns unsere eigene Moral! Das ist wohl der wichtigste Rat, den wir uns selber geben können.

 

Jeder wird noch viele Ratschläge selbst finden, wenn er sich eingehender mit diesen Fragen beschäftigt. Einen wichtigen möchte ich noch erwähnen. Schauen Sie in die Geschichte: Noch nie veränderten Parteien der heutigen Art die menschliche Gesellschaft. Sie bedienen die Interessen einzelner Menschengruppen. Verändert haben die Gesellschaft stets nur Volksbewegungen. Wer also die Gesellschaft verändern will, höre auf das Volk und bediene seine Ansprüche! Nur dann haben Bestrebungen wirklich Aussicht auf Erfolg.

 

15.05.2011